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Quartalsstrategie - Anleihenmanagement — Oktober 2023

Strategie  —  26/10/2023

Emmanuel Petit

General Partner, Head of Fixed Income

Nachdem sich die Investoren im ersten Quartal noch fragen, ob die Notenbanken die Inflation in den Griff bekommen würden, hat das zweite Quartal nun gezeigt, dass nun ein übertriebener Optimismus droht.

Ist der Straffungszyklus zu einem Ende gekommen?

Um die Inflation zu dämpfen haben Zentralbanken die Zinsen um über 500 Basispunkte (bp) in den USA und um 400 bp in Europa angehoben(1). Inzwischen ist es wahrscheinlicher, dass sich dieser Zinserhöhungszyklus dem Ende nähert. Angesichts des derzeitigen Zinsniveaus und der restriktiven Kreditvergabebedingungen erwarten Investoren, dass die „Normalisierung“ der Geldpolitik behutsam verläuft und die Zinsen über mehrere Monate auf dem derzeitigen Niveau verharren. Ab Mitte nächsten Jahres halten Anleger Zinssenkungen für möglich.

Harte oder weiche Landung?

Die Signale, die von den Frühindikatoren ausgehen, sind beunruhigend. Die PMI-Indizes für das verarbeitende Gewerbe verharren seit Jahresbeginn unter der kritischen Schwelle von 50 Punkten(2). Die PMI-Indizes für den Dienstleistungssektor folgen einem ähnlichen Trend und steuern auf Niveaus zu, die auf schwierige Zeiten für die Wirtschaft hinweisen.

Ein Deflationszyklus zwischen Hoffnung und Ungewissheit

In den Vereinigten Staaten hat der Deflationszyklus bereits begonnen. Dennoch verbleibt die Inflation derzeit weiterhin über 4 %(3), was angesichts des von der Fed angestrebten Ziels von 2 % immer noch als hoch betrachtet wird. Währenddessen waren sogar Anzeichen einer Erholung erkennbar, insbesondere im Energieund Rohstoffsektor, bedingt durch die steigenden Ölpreise. Der Immobilienmarkt zeigt eine gewisse Preisstabilität, während Maßnahmen ergriffen werden müssen, um den Arbeitsmarkt zu dämpfen, da dieser eine entscheidende Rolle für die Inflation im Dienstleistungssektor spielt.

In Europa hat sich die Gesamtinflation stabilisiert, allerdings bleibt die Kerninflation(4) hauptsächlich aufgrund des robusten Dienstleistungssektor hinterher. Trotz der kurzen negativen Preisentwicklung könnte die Inflation Ende 2023 weiterhin hoch bleiben und bis Ende 2024 deutlich über dem Ziel von 2%(5).

Anstieg der Staatsanleihenrenditen

In Anbetracht des anhaltenden Inflationsdrucks gab es insbesondere Ende September einen deutlichen Anstieg der Nominalrenditen, mit Spitzenwerten von 4,6 % in den USA und 2,9 % in Europa(6) – vergleichbare Niveaus wurden zuletzt in den Jahren 2007 und 2011(7) verzeichnet. Aus diesem Grund könnte es vernünftig sein, in Staatsanleihen zu investieren, insbesondere wenn Anleger sich auf eine mögliche wirtschaftliche Rezession wappnen möchten. In der Vergangenheit haben sich als risikofrei geltende Anlagen in der Regel gut bewährt, wenn es zu Wirtschaftsabschwüngen kam. Sie bieten eine solide Absicherung des Investmentportfolios und eine vom Realzins abhängige Rendite.

Unsere Positionierung am Rentenmarkt:

Der Markt bietet derzeit aufgrund der seit 2021 gestiegenen Staatsanleihenrenditen eine attraktive Verzinsung So weisen europäische Investment Grade(8)-Anleihen derzeit eine Rendite von 4,2%(9) auf, was einem Niveau entspricht, das zuletzt während der Finanzkrise im Jahr 2011 erreicht wurde. High Yield(10)-Anleihen bieten im Gegenzug eine Nominalrendite von 7%(11). Dennoch ist Aufmerksamkeit geboten, da Risikoprämien insbesondere bei Wirtschaftsabschwünge mit Vorsicht analysiert werden müssen.

Unsere Anlagestrategie setzt auf einen relativ vorsichtigen Ansatz, Wir ziehen Investment Grade- gegenüber High Anleihen vor, da erstere eine starke Korrelation mit Staatsanleihen aufweisen und in der Vergangenheit nach dem Ende von geldpolitischen Straffungszyklen hohe Renditen erzielen konnten.

Die derzeitige Renditedifferenz zwischen zyklischen und nicht-zyklischen Unternehmen ist sehr gering. In unserer Strategie ist zunächst vorgesehen, die Kreditqualität der Unternehmen in unserem Portfolio zu verbessern, beispielsweise durch die Fokussierung auf A-Ratings anstelle von BBB-Ratings. Zudem identifizieren wir konjunkturbedingte Schwächen der Emittenten, die wir dann aus unserem Portfolio ausschließen, um unseren Fokus verstärkt auf nicht-zyklische Emittenten zu legen.

Auflegung unserer Laufzeitfonds der 9. Generation

Der R-co Target 2027 HY ist ein Unternehmensanleihenfonds, der auf eine Carry-Strategie setzt und in Euro denominierte High Yield(1)- Anleihen investiert, die bis zur Fälligkeit gehalten werden. Die Zeichnungsfrist des Fonds endet am 31. Dezember 2023.

 

(1) High Yield : Les obligations “High Yield” (ou à haut rendement) sont émises par des entreprises ou États présentant un risque crédit élevé. Leur notation financière est inférieure à BBB- selon l’échelle de Standard & Poor’s.

Verknüpfte Dateien

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(1) Quelle: Eurostat, September 2023
(2) PMI (Purchasing Manager’s Index), auch als Einkaufsmanagerindex bezeichnet, ist der Indikator für das Vertrauen der Einkaufsmanager eines Sektors. Ein Indexstand von über 50 Zählern deutet auf eine Expansion, von unter 50 Punkten dagegen auf eine Kontraktion der Wirtschaft hin.
(3) Quelle: Bloomberg, 29.09.2023
(4)Ohne Energie und Nahrungsmittel.
(5) Quellen: Bloomberg, Rothschild & Co Asset Management, 29.9.2023
(6) Quellen: Bloomberg, Rothschild & Co Asset Management – 29.9.2023
(7) Quellen: Bloomberg, 29.09.2023
(8) Investment Grade: Von Unternehmen oder Staaten begebener Schuldtitel mit einem Rating zwischen AAA und BBB- auf der Ratingskala von Standard & Poor’s.
(9) Quelle: Bloomberg, 29.9.2023
(10) „High Yield”-Anleihen (oder Hochzinsanleihen) werden von Unternehmen oder Staaten begeben und weisen ein hohes Kreditrisiko auf. Ihr Rating liegt auf der Ratingskala von Standard & Poor’s unter BBB-.
(11) Quelle: Bloomberg, 29.9.2023