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Rothschild & Co lanciert den R-co Valor 4Change Global Equity, ein neuer globaler Aktienfonds mit einem "Carte Blanche Ansatz", der nachhaltiges Investieren fördert

Fonds News  —  23/04/2021

Yoann Ignatiew

General Partner, Head of International Equity and Diversified

Anthony Bailly

Head of European Equity

 

Der R-co Valor 4Change Global Equity investiert in die globalen Aktienmärkte ohne geografische, sektorale oder stilistische Ausrichtung und integriert dabei einen sozial verantwortlichen Investmentansatz. Yoann Ignatiew und Anthony Bailly stellen den neuen Fonds vor.

 

Was können Sie über den R-co Valor 4Change Global Equity sagen?

Der Fonds ist ein globaler Aktienfonds, der zwei unserer Expertisen kombiniert: Valor für den internationalen Aktienanteil und 4Change für das ESG-Know-How[1]und die europäische Perspektive. Das Portfolio soll sich an den wichtigsten europäischen Standards in Bezug auf die ESG-Integration orientieren, insbesondere bei der Aktienauswahl. Durch letztere wollen wir unsere Benchmark, den MSCI ACWI, sowohl bei der Performance als auch beim ESG-Rating übertreffen.

 

Was hebt den Fonds von seinen Mitbewerbern ab?

Innerhalb des ESG-Aktienfondsuniversums gibt es aufgrund des weit verbreiteten “Best-in-Class”-Ansatzes ein starkes “Growth”-Bias. Dieser Ansatz beinhaltet die Auswahl der Unternehmen mit den besten ESG-Ratings innerhalb eines Sektors oder einer Branche. Es zeigt sich, dass die überwiegende Mehrheit von ihnen als “Wachstumsaktien[2]” kategorisiert werden können. Der R-co Valor 4Change Global Equity strebt danach, frei von jeglicher Stilvorgabe zu sein und einen rein opportunistischen Ansatz zu verfolgen. Dieser Ansatz erlaubt es uns, in jedes Unternehmen zu investieren, unabhängig von seiner geografischen Lage oder seinem Sektor solange es mit unseren finanziellen und ESG-Zielen übereinstimmt.

 

Warum haben Sie zwei Expertisen zusammengebracht, um diesen Fonds zu gründen?

Obwohl der R-co Valor 4change Global Equity eine eigene Identität hat, ist er zwischen den Strategien Valor und 4Change einzuordnen. Er wird von den beiden Portfoliomanagern und deren komplementären Ansätzen beeinflusst. Der Valor-Gedanke des Fonds bietet uns ein hohes Maß an Freiheit bei den Anlageentscheidungen und einen opportunistischen Ansatz an den internationalen Aktienmärkten. Er stützt sich außerdem auf unsere 4Change-Expertise, die auf anspruchsvollen SRI-Prozessen und tiefgreifenden Kenntnissen der europäischen Märkte basiert, in denen die Kriterien von den Unternehmen stärker integriert werden. Dennoch ist der R-co Valor 4Change Global Equity eine einzigartige Strategie, und keine Nachbildung eines bereits bestehenden Portfolio mit ESG-Filter.

 

Wie integrieren Sie die ESG-Analyse in Ihren Investmentprozess?

ESG-Analyse und Finanzanalyse sind in unserem Prozess gleich wichtig. Wir suchen daher nach dem attraktivsten Finanz-Performance-ESG-Profil. Daher investieren wir weder in Unternehmen mit inakzeptablen ESG-Ratings noch in Unternehmen mit einer schwachen Bilanz.

 

Wie wird das ESG-Rating des Portfolios berechnet?

Bei diesem Rating handelt es sich um einen gewichteten Durchschnitt der Bewertungen der Aktien innerhalb des Portfolios, bei dem wir uns auf die Analysen und Ratings von MSCI ESG Research stützen. Letzteres führt eine fundamentale und quantitative Analyse der Unternehmen durch, die auf öffentlichen Daten, Jahres- oder Sonderberichten (z. B. nach einer Streitigkeit oder einem Wechsel in der Unternehmensführung), eingehenden Studien über die Unternehmensführung und das Risikomanagement der Unternehmen, aber auch auf Benchmarks zum Vergleich der Akteure innerhalb ihrer Sektoren basiert. Für jedes dieser Unternehmen werden 3 bis 8 Kriterien ermittelt, um ein Rating in absoluten und relativen Dimensionen zu berechnen. Das endgültige Rating ist daher ein Durchschnitt, der für jede Säule (Umwelt, Soziales, Governance) erhaltenen Bewertungen, die je nach Sektor neu gewichtet werden. Es wird dann in ein Ranking umgewandelt, das von AAA für die besten bis CCC für die schlechtesten Werte reicht. Zusätzlich zu diesen Analysen versuchen unsere Teams Aspekte zu untersuchen, die von MSCI nicht unbedingt berücksichtigt werden, die aber dennoch von den Unternehmen kommuniziert werden und einen tieferen Einblick in ihre aktuelle Situation und ihren ESG-Kurs geben können.

 

Ist das Verbesserungspotenzial eines Unternehmens für Sie wichtiger als das Rating selbst?

Wir achten besonders auf den Entwicklungspfad von Unternehmen und ihre Verpflichtungen zur Verbesserung ihrer Praktiken auf ESG-Ebene. Sollte ein ESG-Rating jedoch inakzeptabel sein, sehen wir von einer Investition ab. Der häufige Austausch mit dem Management der Unternehmen ermöglicht es uns, nicht nur die Kohärenz ihrer kurz-, mittel- und langfristigen Ziele zu beurteilen, sondern auch die Motivation, die sie an den Tag legen sowie die Fortschritte, die sie in diesen Bereichen machen.

 

Schließen Sie bestimmte Sektoren aus Ihrem Anlageuniversum aus?

Wir verwenden regulatorische Ausschlüsse (kontroverse Waffen, internationale Sanktionen usw.) sowie Ausschlüsse im Zusammenhang mit unseren Konzernrichtlinien (Fundamentalprinzipien und Kraftwerkskohle). Darüber hinaus schließen wir die 20% Unternehmen mit dem niedrigsten ESG-Rating sowie umstrittene Sektoren wie Tabak und Waffen aus. Dennoch wird ESG oft auf seine ökologische Säule reduziert. Wir versuchen bestimmte Aspekte zu berücksichtigen, die manchmal vernachlässigt werden, insbesondere die soziale Säule, obwohl sie nicht unbedingt die offensichtlichste ist. Tatsächlich kommunizieren Unternehmen nicht einheitlich zu diesem Thema und es kann eine Herausforderung sein diese in Zahlen zu übersetzen.

Wir sind auch der Meinung, dass es nicht zielführend wäre, bestimmte Sektoren, die als besonders problematisch gelten, von vornherein auszuschließen. Viele von ihnen sind für unsere Wirtschaft unverzichtbar. Zum Beispiel wäre es schwer, auf diverse Rohstoffunternehmen zu verzichten. Diese Sektoren systematisch auszuschließen würde bedeuten, die Augen vor dem Problem zu verschließen. Wir glauben an das nötige Engagement, um den Übergangsprozess zu begleiten. Als Aktionär ergreifen wir die Gelegenheit mit den Managementteams in Kontakt zu treten mit dem Ziel, die Unternehmen auf dem Weg zu nachhaltigeren Geschäftsmodellen und -praktiken zu unterstützen und zu fördern.

 

Wie überwachen Sie das ESG-Profil Ihres Portfolios?

Wir führen eine detaillierte und transparente Berichterstattung über das ESG-Profil unserer Anlagen durch. Wir haben wichtige ESG-Leistungsindikatoren (KPIs) definiert und streben an, bei mindestens zwei von ihnen unsere Benchmark zu übertreffen. Dies sind die Kohlenstoffintensität, der Wasserverbrauch, die Informationssicherheit, die Umsetzung detaillierter Antikorruptionsrichtlinien und die Frage, ob die Unternehmen den UN Global Compact[3] unterzeichnet haben. Sie wurden aus Überzeugung des Investmentteams festgelegt und stehen im Zusammenhang mit einigen der wichtigsten Themen, mit denen unsere Gesellschaft konfrontiert ist. Während wir diesen spezifischen Themen besondere Aufmerksamkeit schenken und uns verpflichten, regelmäßig über sie zu kommunizieren, überlagern sie jedoch keineswegs die anderen.

 

Wie ist der Fonds seit seiner Auflegung positioniert?

Derzeit hat der Fonds eine Übergewichtung in den Sektoren Finanzen, Industrie und Rohstoffen - Sektoren, die in ESG-Fonds typischerweise unterrepräsentiert sind. Europa ist mit knapp der Hälfte der Allokation das größte geografische Exposure, gefolgt von den Vereinigten Staaten, China und Kanada. Diese Positionierung unterscheidet sich insbesondere beim Sektor- und Stil-Bias von den üblichen Strategien dieser Art.

 

[1] Environmental, Social and Governance. [2] Wachstumswerte haben das Potenzial, ein Umsatz- und Gewinnwachstum zu erzielen, das über dem Durchschnitt ihres Sektors oder Marktes liegt. [3] Der UN Global Compact ist ein Rahmenwerk für freiwillige Selbstverpflichtungen, das von den Vereinten Nationen geleitet wird. Die Unterzeichner verpflichten sich zu zehn grundlegenden Prinzipien in Bezug auf Fragen der sozialen Verantwortung von Unternehmen (Corporate Social Responsibility, CSR). Diese Selbstverpflichtung drängt Unternehmen insbesondere dazu, die Menschenrechte zu fördern und zu achten, internationale Arbeitsnormen zu respektieren, Korruption zu bekämpfen und die Umwelt zu schützen.