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R-co Valor & R-co Valor Balanced | Vierteljährliches Strategie-Update

Fonds News  —  15/07/2021

Yoann Ignatiew

General Partner, Head of International Equity and Diversified

Charles-Edouard Bilbault

Global Equities Portfolio Manager

Emmanuel Petit

General Partner, Head of Fixed Income

Das zweite Quartal des Jahres war von neuen Rekordständen an den Aktienmärkten geprägt. Der S&P 500 lag Ende Juni in Dollar gerechnet 14,4% im Plus, während der Euro Stoxx 50 und der Nasdaq 14,4% bzw. 12,5% zulegten(1). Chinas Wachstum hat sich nach verstärkter Regulierung und einer strafferen Geldpolitik etwas verlangsamt. Die härtere Gangart der Partei ist auf ihre 100-jähriges bestehen zurückzuführen und soll Stärke zeigen.

 

Was die Pandemie betrifft, so schreitet die Impfung voran und bis heute haben 24% der Weltbevölkerung mindestens eine Impfdosis gegen Covid-19 erhalten. Diese eher vielversprechende Zahl muss jedoch relativiert werden, da nur 1% der Einwohner von Ländern mit niedrigem Einkommen mindestens eine Dosis erhalten haben. Die Herausforderung, die ärmsten Länder zu impfen, wird durch das Auftreten verschiedener Varianten verschärft. Die Virusvarianten verursachen selbst in Ländern mit hoher Durchimpfungsrate, wie Israel oder Großbritannien, einen Anstieg der Neuerkrankungen.

Gleichzeitig unterstützen die verschiedenen Konjunkturprogramme der Regierung weiterhin die Erholung. In den Vereinigten Staaten scheint es Joe Biden nach wochenlangen Verhandlungen gelungen zu sein, eine parteiübergreifende Einigung über seinen mehr als 1.000 Milliarden Dollar teuren Infrastrukturplan erzielt zu haben. Es ist bemerkenswert, dass der Infrastrukturplan nicht durch eine von den Republikanern abgelehnte Steuererhöhung finanziert wird, sondern durch eine verstärkte Kontrolle der Steuererfassung. In Europa fließen ab Juli die Summen des 750 Milliarden Euro umfassenden Konjunkturprogramms in die verschiedenen Volkswirtschaften der begünstigten Mitgliedsländer. Obwohl der Prozess ein Jahr brauchte, um in Bewegung zu kommen (die Vereinbarung zwischen den Mitgliedsländern stammt aus dem vergangenen Juli), ist er nun wirksam und sollte sich als solide Unterstützung für die wirtschaftlichen Erholung der Euro-Zone erweisen.

Die Zentralbanken scheinen dennoch allmählich den Weg der Normalisierung einzuschlagen. In China hat die PBOC bereits vor dem Zyklus eine Straffung der Geldpolitik eingeleitet. Die Fed ihrerseits setzt ihren Spagat zwischen akkommodierender Politik und den Inflationssorgen der Märkte fort. Das FOMC(2) hat auf seiner letzten Sitzung einen deutlicheren(3) Ton angeschlagen und rechnet nun mit zwei Zinserhöhungen bis 2023. Zudem wurden die Inflationsprognosen nach oben korrigiert und sollten bis Ende 2021 3,4% erreichen. In Europa bleibt die EZB aufgrund des Rückstands einzelner Regionen gegenüber den beiden anderen oben genannten Zentralbanken die entgegenkommendste Zentralbank. Christine Lagarde erklärte vor kurzem, dass eine Straffung der Geldpolitik verfrüht wäre und ein Risiko für die laufende wirtschaftliche Erholung und die Inflationsaussichten darstelle.


[1] Quelle: Bloomberg, 30.06.2021.
[2] Federal Open Market Committee, ein Gremium der US-Notenbank.
[3] Positionierung zu Gunsten einer weniger expansiven Geldpolitik..

 

R-co Valor

In diesem Zusammenhang hatte der R-co Valor Ende Juni eine Netto-Aktienquote von 84%. Im zweiten Quartal trugen die Sektoren Bergbau und Technologie am meisten zur Performance bei. Der Bergbausektor profitierte von der Explosion der Rohstoffpreise und insbesondere von dem starken Interesse der Investoren an Kupfer. Die Flaute bei den US-Zinsen verschaffte den Technologiesektor im Berichtszeitraum eine Verschnaufpause. Am schlechtesten schneidet dagegen der Leisure/Dienstleistungssektor ab, der unter der Entwicklung der COVID 19 Varianten und möglichen Grenzschließungen leidet.

Gewinnmitnahmen wurden bei zyklischen(4) Titeln getätigt, die sich während des zweiten Quartals und seit Jahresbeginn besonders gut erholt haben. Außerdem wurden bei einigen Bergbauunternehmen getätigt, die von der Erholung der Nachfrage angesichts einer wieder steigenden Produktion profitierten. Im Energiesektor wurde Canadian Natural Resources reduziert und Suncor vollständig verkauft. Die OPEC+(5) lässt trotz einer allmählichen Steigerung ihrer Produktion einen Teil ihrer Reserven vorerst ungenutzt. IBM wurde nach dem letzten Rebound der Aktie vollständig verkauft. Bei ABB wurden nach der Veröffentlichung der Zahlen, die besser als erwartet ausfiehlen, am Rande Gewinnmitnahmen getätigt. Die Zurückhaltung der chinesischen Behörden und die Verschärfung des regulatorischen Umfelds, ermöglichten uns Positionen mit soliden Fundamentaldaten (Ping An, New Oriental Education, Kingsoft usw.) taktisch weiter aufzubauen. Auch die Position in den Flugzeughersteller Airbus haben wir gestärkt, der Titel scheint für die Erholung besonders gut aufgestellt und noch weit von seinem Vorkrisenniveau entfernt. Darüber hinaus wurde eine neue Position aus dem Tech-Sektor ins Portfolio aufgenommen: MercadoLibre. Ein lateinamerikanisches E-Commerce-Unternehmen, welches als Auktions- und Kleinanzeigenportal startete und sich mit dem Geschäftszweig MercadoPago sich zu einer führenden Micropayment-Plattform weiter entwickelte.

Vorerst halten wir unser Engagement in zyklischen Aktien aufrecht, während wir weiter taktisch reduzieren, um Gewinnmitnahmen zu erzielen. Wir haben den Fonds weiterhin gegen die drohende Inflation positioniert, vor allem durch sein Engagement in Rohstoffe. Unser Engagement in Finanzwerten sollte sich positiv auf ein After-Corona Szenario auswirken, welches von Ankündigungen umfangreicher Aktienrückkäufe und erheblicher Dividendenerhöhung begleitet wird. Unsere Ländergewichtung auf Europa, die auf dem höchsten Stand seit 10 Jahren liegt, erscheint uns angemessen, da wir von der Region in den kommenden Monaten eine positive Entwicklung erwarten.

Was können wir in den kommenden Monaten sonst noch erwarten? Die Liquiditätsspritze der verschiedenen Konjunkturprogramme sollte in die betroffenen Volkswirtschaften fließen und auf globaler Ebene damit auch den Handel stärken. Aus makroökonomischer Sicht werden die Gewinnerwartungen weiterhin nach oben korrigiert, wobei in Europa +50% und in den USA +35% erwartet werden. Das Hauptrisiko scheint nach Ansicht der Anleger weiterhin die Inflation zu sein. Sollte diese weiter steigen, könnte dies die FED dazu bringen, schneller als erwartet weitere Zinserhöhungen anzusetzen und auch die EZB wäre irgendwann gezwungen, nicht mehr länger an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten zu können. Wir beobachten außerdem die immer neuen Covid-19 Varianten, die uns weiterhin Anlass zur Sorge bereiten.


[4] Zyklische Aktien sind Aktien die stark mit den Wirtschaftszyklen korrelieren. Sie profitieren daher stark von Aufschwung- und Expansionsphasen, sind aber auch die ersten, die von einer wirtschaftlichen Abschwächung betroffen sind.
[5] Organisation der erdölexportierenden Länder plus deren Partnerländer.
[6] Möglichkeit, einen Basiswert zu einem vereinbarten Datum und Preis zu verkaufen

 

R-co Valor: Aufteilung des Portfolios nach Regionen und Themen

Quelle: Rothschild & Co Asset Management Europe, 30/06/2021

Die Merkmale des Portfolios sind nicht festgelegt und können sich im Laufe der Zeit innerhalb der Grenzen des Fondsprospekts ändern.

 

R-co Valor Balanced

Im ersten Quartal erhöhte sich das Aktienengagement des Fonds geringfügig auf 42%. Das Anleiheengagement blieb Ende Juni stabil bei 50%. Die Aktienauswahl des R-co Valor Balanced ist identisch zu derjenigen des R-co Valor.

 

Quelle: Rothschild & Co Asset Management Europe, 30/06/2021.

 

Aktienanteil

Den Aktienteil der R-co Valor Balanced spiegelt die Gewichtung des R-co Valor wider. Alle Änderungen und Positionierungen sind identisch.


Quelle: Rothschild & Co Asset Management Europe, 30/06/2021

 

Anleihenanteil

Im zweiten Quartal war ein Rückgang der Zinsen für US-Staatsanleihen zu beobachten, die Ende Juni um 27 Punkte auf 1,46% fielen(1). In Europa bewegten sich die Zinsen in die entgegengesetzte Richtung und spiegelten die Erwartung der Anleger auf eine Erholung des Wachstums und der Inflation wider. Die EZB hatte als Reaktion auf die Lockerung eine deutliche Erhöhung des Kaufvolumens zugesagt. Jedoch glaubt ein Drittel der Investoren, dass das PEPP(2) nicht in vollem Umfang genutzt werden wird. Trotz des jüngsten Anstiegs sollten wir nicht vergessen, dass die Zinsen weiterhin historisch niedrig sind. Jedoch ist es eher das Tempo, das wir beobachten, als der absolute Wert. Wenn die Zinsen zu schnell steigen, müssen die Zentralbanken ihre Geldpolitik möglicherweise früher als erwartet anpassen, was zu einer erheblichen Marktinstabilität führen könnte. Auf dem Primärmarkt verschwinden allmählich die Investment-Grade-Anleihen(3) mit Null-Emissionsprämien. Das High-Yield-Segment ist dagegen besonders dynamisch und verzeichnet vorerst ein Rekordjahr bei den Emissionen. Waren die „Fallen Angels(5)“ das Thema des Jahres 2020, so wird 2021 das Jahr der „Rising Stars(6)“ sein.

Im Anleiheportfolio des Fonds blieb das Engagement relativ stabil, obwohl es Bewegungen bei den zugrunde liegenden Positionen gab. Verkäufe wurden in kurzlaufenden Papieren mit niedrigen Renditen getätigt. Investitionen wurden hauptsächlich auf dem Primärmarkt getätigt. Der Anteil der Unternehmensanleihen hat sich in den letzten Monaten etwas erhöht. Der Markt war in diesem Segment besonders aktiv, vor allem im Immobiliensektor. Im High-Yield-Segment(4) wurden Käufe vorgenommen, wobei das Engagement bei etwa 13% stabil blieb. Im High-Yield-Segment kam es in letzter Zeit vermehrt zu Emissionen, daher sind wir besonders selektiv und achten besonders auf die Größe des Unternehmens, seine Historie, seine Verschuldung und auch die Positionierung des jeweiligen Sektors im Zyklus.


[1] Quelle: Bloomberg 31.06.2021
[2] Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP), ein temporärer Plan zum Ankauf von Vermögenswerten, der während der Gesundheitskrise 2020 initiiert wurde.
[3] Schuldverschreibungen, die von Unternehmen oder Regierungen ausgegeben werden, die auf der Skala von Standards & Poor’s mit AAA bis BBBbewertet sind.
[4] High-Yield-Anleihen werden von Unternehmen oder Regierungen mit einem hohen Kreditrisiko ausgegeben. Ihr Finanzrating liegt unter BBB- auf der Skala von Standard & Poor’s.
[5] Fallen Angels, früher Investment-Grade-Anleihen, die jetzt als spekulativ gelten.
[6] Rising Stars: Anleihen, die als spekulativ gelten und ein hohes Aufwertungspotential in der Kategorie Investment Grade haben.

 

R-co Valor Balanced: Geographische und Rating-Aufteilung der Rentenallokation

Quelle: Rothschild & Co Asset Management Europe, 30/06/2021

Die Merkmale des Portfolios sind nicht festgelegt und können sich im Laufe der Zeit innerhalb der Grenzen des Fondsprospekts ändern.