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R-co 4Change Net Zero Equity Euro: eine auf das Netto-Null-Ziel ausgerichtete Transformationsstrategie

Fonds News  —  30/11/2023

Anthony Bailly

Head of European Equity

Vincent Iméneuraët

European Equities Portfolio Manager

Der im Jahr 2019 aufgelegte R-co 4Change Net Zero Equity Euro verbindet die Reduzierung der Kohlenstoffintensität mit finanzieller Performance und positioniert sich dazu in Transformationsthemen – ein im Universum der Klimafonds inzwischen relativ gängiger Ansatz. Anthony Bailly und Vincent Iméneuraët erläutern uns ihre Anlagephilosophie und die Ergebnisse des Fonds seit seiner Auflegung.

Was sind die Grundlagen Ihrer Strategie?

Bei der Konzipierung unserer Net Zero-Strategie haben wir uns mit der Analyse der Kohlenstoffemissionen beschäftigt. Wir stellten fest, dass fünf Sektoren (Chemie, Rohstoffe, Versorgung, Bauwesen, Energie) weltweit für 86% der CO2-Emissionen verantwortlich sind(1). Zum Zeitpunkt der Auflegung des R-co 4Change Net Zero Equity Euro beruhte die Mehrheit der Klimafonds auf „Low Carbon“-Strategien(2), bei denen diese fünf Sektoren de facto ausgeschlossen waren. Wir fragten uns daher, ob sich nicht ein höherer Impact erzielen lässt, wenn man in alle Sektoren(3), vor allem in besonders emissionsintensive Branchen investiert, und hier auf die Akteure mit dem glaubwürdigsten und ehrgeizigsten Dekarbonisierungspfad setzt. Diese Vorgehensweise eignet sich unseres Erachtens sehr gut für die Entstehung eines positiven Wirkungskreislaufs. Wir sind nämlich davon überzeugt, dass Akteure in diesen Sektoren eine Vorbildfunktion erfüllen, wenn sie zeigen, dass sie ihren Pfad einhalten können, so dass andere Akteure ihre besten Praxislösungen übernehmen und einen positiven Schnellballeffekt in Gang setzen. Zudem weisen die meisten Low Carbon-Fonds einen Growth(4)-Schwerpunkt auf, da sie mit Ausschlüssen arbeiten. Gleichzeitig steht die Bewertung der emissionsintensiven Sektoren durch die Unsicherheit über den künftigen Cashflow(5) aufgrund der Capex(6) in die Energiewende der Unternehmen unter Druck. Die Risikoprämien dieser Unternehmen sind daher deutlich gestiegen. Eine Positionierung in diesen Sektoren erscheint uns somit aus Gründen der Nachhaltigkeit und auch aus Performance-Sicht sehr sinnvoll.

Wie wird gewährleistet, dass die Unternehmen im Portfolio ihre Ziele einhalten?

Eine derartige Positionierung ist mit einem regelmäßigen Dialog mit den Unternehmen verbunden, der in unseren Ansatz eingebettet und Aufgabe unserer Analysten ist. Dies umfasst insbesondere die Fähigkeit zur Analyse und Hinterfragung der Emissionspfade sowie der zugewiesenen Investitionen. Wenn die Unternehmen nicht die nötigen Investitionen tätigen, können sie ihre Ziele wahrscheinlich nicht erreichen. Wir verwenden zudem einen Kriterienkatalog für die Analyse des Status der Transformation und der Bewertung jedes Wertes im Portfolio. Diese Bewertung erfolgt entweder anhand unserer internen Analysen und der zahlreichen Gespräche, die wir mit den Unternehmen führen, oder auch durch die Einschaltung folgender externer Informationsanbieter: MSCI für das Rating des Portfolios sowie SBTi und Carbon4 Finance für die Bewertung der Emissionen der Portfoliounternehmen. Wir wollen erreichen, dass 90% der Unternehmen im Portfolio bis 2030 von SBTi validiert werden, und fordern diejenigen, die dies noch nicht getan haben, auf, in diesem Sinne tätig zu werden. Derzeit liegt der Anteil der Unternehmen bei 67% im Vergleich zu 21% bei Auflegung des Fonds(7).

Welchen Strategie verfolgt Ihr Portfolio hinsichtlich der Emissionen?

Seit Auflegung konnte die Kohlenstoffintensität(8) des Portfolios um 42% reduziert werden(7). Bei Auflegung des Fonds betrug sie 138 Tonnen CO2 pro Milliarden Euro Umsatz – die CO2-Intensität des Index lag bei rund 200 Tonnen. Wir begannen also mit einer Abweichung von -30%, die wir auf jeden Fall beibehalten wollen, obwohl wir offiziell nur zu einem Minimum von -20% verpflichtet sind. Unter Einhaltung der Net Zero-Prinzipien konnten wir unsere Verpflichtung zu einer durchschnittlichen Kohlenstoffintensität von -7% pro Jahr einhalten und sogar übertreffen, obwohl wir die Gewichtung der emissionsintensiven Sektoren im Portfolio schrittweise von 19% bei Auflegung auf mittlerweile 23,2% erhöht haben(9). Diese Ergebnisse beweisen, dass die ausgewählten Unternehmen ihre Emissionsstrategien im Einklang mit unseren Zielen einhalten. Der Versorgungssektor ist ein besonders gutes Beispiel für diese Reduzierung. Es sei darauf hingewiesen, dass sich unsere Verpflichtung nur auf die Emissionsstrategien Scope 1 und 2(10) bezieht, da die Erhebung der Daten für Scope 3 derzeit noch extrem kompliziert ist. Sie werden in der Regel lediglich zum Teil veröffentlicht oder größtenteils nur geschätzt und überschneiden sich für die einzelnen Akteure einer Wertschöpfungskette. Indirekt berücksichtigen wir diese Daten jedoch durch SBTi und Carbon4 Finance, die sie in ihre Analysen integrieren.

Wie hat sich der Fonds performanceseitig entwickelt?

Zum Zeitpunkt der Auflegung des R-co 4Change Net Zero Equity Euro waren die Rahmenbedingungen für Low Carbon-Strategien relativ günstig. Seither haben die höheren Zinsen völlig neue Voraussetzungen geschaffen. So haben die auf die Produktion von erneuerbaren Energien spezialisierten Unternehmen, die von diesen Strategien bevorzugt wurden, mit herben Finanzierungsproblemen für ihre Projekte zu kämpfen, was ihre Performance belastet. Diese Tendenz lässt sich an der Entwicklung des MSCI Global Alternative Energy-Index im Vergleich zum im MSCI World Energy Sector-Index enthaltenen Energiesektor ablesen.

Im gleichen Zeitraum konnten wir uns mit unserem Transformationsansatz, der deutlich niedrigeren Positionierung unseres Portfolios in Wachstumswerten und unserer annualisierten Performance von 12,8% von den anderen Klimafonds abheben. Damit liegt unser Fonds über der Performance des Euro Stoxx-Index, der außerdem breit gestreut ist (+10,4%)(11). Da wir stets die Bewertungsniveaus im Auge haben, waren wir bisher noch nicht in Unternehmen investiert, die ausschließlich auf die Erzeugung erneuerbarer Energien spezialisiert sind. Und da wir eine pragmatische Strategie verfolgen und diese Aktien unter den neuen Gegebenheiten nunmehr attraktiv bewertet sind, stehen sie im Einklang mit der DNA des Fonds.

 

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(1) Quellen: Our World in Data (2020), MSCI ESG Research, Rothschild & Co Asset Management, Stand: 31.12.2021. Scope 1 und 2 gemäß der Verteilung der Treibhausgasemissionen nach Sektoren im MSCI World ACWI-Index.
(2) Kohlenstoffarm.
(3) Ohne regulatorische und fundamentale Ausschlüsse.
(4) Anleger, die den Growth-Stil bevorzugen, setzen in erster Linie auf das potenzielle Gewinnwachstum der Unternehmen, in der Hoffnung, dass das Umsatz- und Ergebniswachstum über dem Branchen- oder Marktdurchschnitt liegt.
(5) Cashflow.
(6) Capital Expenditure: in der Bilanz ausgewiesene Investitionen eines Unternehmens.
(7) Quelle: Rothschild & Co Asset Management, Stand: 31.10.2023.
(8) Summe der jährlichen Emissionen im Jahr N (Scopes 1 und 2), geteilt durch den Jahresumsatz im Jahr N.
(9) Quelle: Rothschild & Co Asset Management, Stand: 31.10.2023.
(10) Die Emissionskategorie Scope 1 entspricht direkten Kohlenstoffemissionen von festen oder mobilen Einrichtungen im organisatorischen Geltungsbereich. Die Emissionskategorie Scope 2 entspricht indirekten Kohlenstoffemissionen, die durch den Energieverbrauch entstehen. Die Emissionskategorie Scope 3 entspricht indirekten Kohlenstoffemissionen, die in den einzelnen Phasen des Lebenszyklus eines Produktes entstehen.
(11) Quelle: Bloomberg, Rothschild & Co Asset Management, Stand: 31.10.2023. Anteil I EUR.