Verbindung

Passwort vergessen?

Zugangscode

Vielen Dank, dass Sie den fünfstelligen Code eingeben, den Sie soeben in Ihrem E‑Mail‑Postfach erhalten haben.

Verbindung

Passwort vergessen?

Verbindung

Quartalsstrategie Q2 2026 – R-co Valor & R-co Valor Equity

Strategie  —  23/07/2026

Yoann Ignatiew

General Partner, Head of International Equity and Diversified

Charles-Edouard Bilbault

Global Equities Portfolio Manager

Henri Captier

Global Equities Portfolio Manager

Philippe Lomné

Fixed Income Portfolio Manager Specialisation: IG Credit IG & Crossover

Das zweite Quartal begann in einem von erheblichen Marktverwerfungen geprägten Umfeld. Luftangriffe im Nahen Osten, eine erneute Verschärfung geopolitischer Spannungen sowie ein deutlicher Anstieg der Energiepreise führten dazu, dass die Kapitalmärkte erneut mit einer hohen Unsicherheit konfrontiert waren.

Zu Jahresbeginn hatte der Marktkonsens noch ein vergleichsweise günstiges Szenario erwartet: einen weiteren Rückgang der Inflation, geldpolitische Lockerungen sowie eine weiche Landung der großen Volkswirtschaften. Im Verlauf des Quartals geriet dieses Basisszenario jedoch zunehmend unter Druck. Die Inflation erwies sich als hartnäckiger als erwartet, die Energiepreise blieben auf erhöhtem Niveau und geopolitische Risiken belasteten die makroökonomischen Perspektiven zusätzlich.

Vor diesem Hintergrund setzte sich das Bild eines „zweigeteilten Marktes“ zunehmend durch. Auf der einen Seite standen Unternehmen mit starkem Fokus auf Künstliche Intelligenz – insbesondere Halbleiterhersteller –, die einen Großteil der Anlegeraufmerksamkeit auf sich zogen und maßgeblich zur positiven Marktentwicklung beitrugen. Auf der anderen Seite zeigte sich der übrige Aktienmarkt, dessen Entwicklung stärker vom konjunkturellen Umfeld abhängt, anfälliger gegenüber einem länger anhaltenden Hochzinsumfeld.

Getragen von einer deutlich verbesserten Risikobereitschaft der Anleger, die insbesondere durch die Entspannung der Lage im Nahen Osten begünstigt wurde, verzeichneten die internationalen Aktienmärkte im Berichtsquartal eine sehr dynamische Entwicklung. Der MSCI ACWI legte im Quartalsverlauf um 15 % zu und erzielte seit Jahresbeginn ein Plus von 11 %. Der S&P 500 sowie der Euro Stoxx 50 gewannen jeweils nahezu 15 % hinzu und erhöhten ihre Jahresperformance damit auf +10 % beziehungsweise +11 %. Besonders stark entwickelten sich die Schwellenländer mit einem Kursanstieg von 24 %, während der Hang Seng Index hinter der allgemeinen Marktentwicklung zurückblieb und im Quartal 6 % sowie seit Jahresbeginn 9 % verlor. Der anhaltende Optimismus rund um das Thema Künstliche Intelligenz verlieh insbesondere dem Halbleitersektor zusätzlichen Rückenwind. Der Philadelphia Semiconductor Index unterstrich diese Entwicklung mit einem Anstieg von 88 % im Quartal und einer Wertentwicklung von 101 % seit Jahresbeginn.

Auf makroökonomischer Ebene stand das Quartal erneut im Zeichen eines grundlegenden Zielkonflikts für die Zentralbanken. In den USA beschleunigte sich die Inflationsrate im Mai auf 4,2 % gegenüber dem Vorjahr, während sich die Wirtschaft weiterhin robust zeigte. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts für das erste Quartal wurde auf annualisiert 2,1 % nach oben revidiert, die Arbeitslosenquote verharrte bei 4,3 %. Die US-Notenbank Federal Reserve beließ die Leitzinsen unverändert, verschärfte jedoch angesichts der anhaltenden Inflationsdynamik ihren geldpolitischen Ton.

Für Aufmerksamkeit sorgten zudem die ersten öffentlichen Stellungnahmen von Kevin Warsh, der sich deutlich restriktiver im Umgang mit der Inflation positionierte. Gleichzeitig sprach er sich für eine Abkehr von der sogenannten „Forward Guidance“ aus – dem bisherigen Kommunikationsansatz der Zentralbanken, den künftigen Zinspfad frühzeitig zu signalisieren. Eine solche Neuausrichtung der geldpolitischen Kommunikation könnte die Unsicherheit an den Kapitalmärkten erhöhen und die Einschätzung des zukünftigen geldpolitischen Kurses für Investoren erschweren.

Auch im Euroraum zog die Inflation wieder an und erreichte 3,2 %, während die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal um 0,2 % zurückging. Vor diesem Hintergrund erhöhte die Europäische Zentralbank den Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 2,25 % und stellte zugleich weitere Zinserhöhungen in Aussicht, sofern der Inflationsdruck anhalten sollte.

Vor dem Hintergrund der bereits erkennbaren Abschwächung der wirtschaftlichen Aktivität erscheint dieser Schritt jedoch durchaus diskussionswürdig. Eine weitere Straffung der Geldpolitik könnte die ohnehin fragile Konjunktur im Euroraum zusätzlich belasten.

R-co Valor

R-co Valor verzeichnete im zweiten Quartal (Anteilsklasse C) eine Wertentwicklung von -1,7 %, wodurch sich die Performance seit Jahresbeginn auf -5,9 %* beläuft. Die negative Entwicklung im Berichtsquartal ist im Wesentlichen auf zwei Faktoren zurückzuführen: den deutlichen Kursrückgang im Minensektor, insbesondere bei Goldminenwerten, sowie eine ungünstige Positionierung im chinesischen Technologiesektor.

Die positive Dynamik im Technologiesektor insgesamt blieb zwar intakt, konzentrierte sich jedoch zunehmend auf einen eng abgegrenzten Bereich der Künstlichen Intelligenz – insbesondere auf den Hardwaresektor mit Schwerpunkt Halbleiterhersteller. So legte beispielsweise der südkoreanische Aktienindex KOSPI, dessen Gewichtung zu rund 50 % auf Samsung Electronics und SK Hynix entfällt, im Quartal um 68 % zu.

Demgegenüber sind die im Portfolio gehaltenen chinesischen Technologiewerte überwiegend dem Internetsektor zuzuordnen und verfügen über eine stärkere Ausrichtung auf E-Commerce und Konsum. Sie profitierten daher nur begrenzt von der starken Nachfrage nach KI-bezogenen Hardwarewerten. Gleichzeitig belasteten erneut aufkommende Sorgen über die Wachstumsperspektiven Chinas die Kursentwicklung dieser Unternehmen zusätzlich.

Auch auf den Rohstoffmärkten zeigte sich eine deutliche Korrektur. Der Goldpreis gab sämtliche seit Jahresbeginn erzielten Gewinne wieder ab und notierte rund 30 % unter seinem zwischenzeitlichen Höchststand. Ausschlaggebend hierfür waren insbesondere die restriktivere Kommunikation der US-Notenbank sowie die Aussicht auf eine weitere Zinserhöhung bis zum Jahresende, begleitet von einer Aufwertung des US-Dollars.

Zu den wichtigsten positiven Performancebeiträgen zählten hingegen die Industrie- und Luxusgüterwerte. Insbesondere der Luxussektor konnte sich nach seiner schwächeren Entwicklung im ersten Quartal deutlich erholen. Unterstützt wurde diese Entwicklung durch die Entspannung geopolitischer Spannungen, die Hoffnungen auf eine Belebung des privaten Konsums sowie des internationalen Tourismus weckte – zwei wesentliche Nachfragefaktoren für die Branche. Darüber hinaus deuteten die Aussagen der Unternehmen auf eine schrittweise Verbesserung des Geschäftsumfelds hin. Besonders positiv entwickelten sich in diesem Umfeld die Beteiligungen an LVMH, Ferrari sowie insbesondere Richemont, das eine überdurchschnittlich starke Wertentwicklung verzeichnete.

Auch der Industriesektor gehörte zu den wesentlichen Performancetreibern des Quartals. Maßgeblich hierzu beigetragen haben Airbus und Bombardier, die weiterhin von einem günstigen Marktumfeld in der Luftfahrtindustrie profitierten. Darüber hinaus leisteten die nordamerikanischen Eisenbahngesellschaften Canadian Pacific Kansas City und Union Pacific einen positiven Beitrag, unterstützt durch steigende Gütertransportvolumina in Nordamerika.

Die Aktienquote von R-co Valor belief sich zum Quartalsende auf 76 %*. Hinter dieser auf den ersten Blick stabilen Quote stand jedoch ein aktives Portfoliomanagement. Im Berichtszeitraum wurden zahlreiche Umschichtungen vorgenommen, bestehende Positionen aktiv gesteuert, neue Überzeugungen aufgebaut und einzelne Beteiligungen nach einer starken Kursentwicklung vollständig veräußert. Die Portfoliosteuerung blieb dabei konsequent aktiv und diszipliniert. Ziel der Transaktionen war keine grundlegende Veränderung der strategischen Allokation, sondern vielmehr die Optimierung der Einstiegsbewertungen ausgewählter langfristiger Überzeugungen nach zwischenzeitlichen Kursrückgängen.

Vor diesem Hintergrund wurde Allokation in Europa, insbesondere über LVMH, sowie in den Schwellenländern durch Positionen in HDFC, Itaú Unibanco, Tencent, Alibaba und Xiaomi ausgebaut. Darüber hinaus wurde der Gesundheitssektor verstärkt. Neben dem Neuaufbau einer Position in Boston Scientific wurden die bestehenden Beteiligungen an Medtronic, Thermo Fisher Scientific und BioMarin weiter aufgestockt.

Auch Minenwerte wurden selektiv ausgebaut, insbesondere im Goldminensektor durch die Erhöhung der Positionen in Novagold und LUNR Royalties.

Im Industriesektor wurden hingegen gezielt Gewinne realisiert. Dies umfasste die vollständige Veräußerung der Position in Bombardier sowie eine Reduzierung der Beteiligung an Air Liquide. Darüber hinaus wurden im Rahmen sektorübergreifender Portfolioanpassungen Teilgewinnmitnahmen bei Alphabet und Freeport-McMoRan vorgenommen sowie die Positionen in Schlumberger, AES, Pfizer und Morgan Stanley vollständig veräußert.

Der Anteil der Liquiditätspositionen und geldmarktnaher Anlagen lag zum Quartalsende bei 24 %*. Das Festhalten an einer substanziellen Liquiditätsreserve bleibt ein zentraler Bestandteil unseres Investmentprozesses. Die Liquiditätsquote ist dabei nicht Ausdruck mangelnder Investitionsbereitschaft, sondern stellt einen wesentlichen strategischen Handlungsspielraum dar. Sie trägt dazu bei, die Auswirkungen überzogener Marktbewegungen zu begrenzen und ermöglicht es gleichzeitig, sich bietende Anlagechancen infolge temporärer Marktineffizienzen oder Verwerfungen flexibel und zeitnah zu nutzen.

R-co Valor Equity

R-co Valor Equity bildet das Aktienexposure von R-co Valor nach. Dementsprechend werden alle Transaktionen, die im Aktienportfolio von R-co Valor durchgeführt werden, in R-co Valor Equity repliziert. Der Fonds ist somit vollständig den Aktienmärkten ausgesetzt.

(1) Quelle: Bloomberg, 31. März 2026.
(2) Quelle: Rothschild & Co Asset Management, 31. März 2026.
(3) Schuldtitel, die von Unternehmen oder Staaten mit einem Kreditrating zwischen AAA und BBB- auf der Standard & Poor’s-Skala begeben werden.
(4) Hochzinsanleihen werden von Unternehmen oder Staaten mit hohem Kreditrisiko begeben. Ihr Kreditrating liegt unter BBB- auf der Skala von Standard & Poor’s.