Yoann Ignatiew
General Partner, Head of International Equity and Diversified

In den USA bestätigten aktuelle Daten (BIP, Kern-PCE, Konsumausgaben der Haushalte usw.) die robuste Dynamik der amerikanischen Wirtschaft. Zudem deuteten die Signale vom Jackson Hole-Treffen auf eine mögliche Kursänderung der US-Notenbank hin. Fed-Chef Jerome Powell betonte die zunehmenden Risiken für den Arbeitsmarkt und rückte Inflationssorgen in den Hintergrund. Diese Neuausrichtung verstärkte die Markterwartungen auf eine geldpolitische Lockerung – möglicherweise schon bei der Sitzung am 17. September.
Die Aktienmärkte reagierten positiv auf diesen Ausblick und zeigten sich unbeeindruckt von Angriffen auf die Unabhängigkeit US-amerikanischer Institutionen. Im August versuchte Donald Trump, Fed-Gouverneurin Lisa Cook wegen angeblichen Hypothekenbetrugs abzusetzen. Eine Neubesetzung hätte ihm eine Mehrheit im Gouverneursrat verschafft – ein entscheidender Schritt zur stärkeren Kontrolle der Notenbank. Zudem entließ Trump Erika McEntarfer, die Leiterin des Bureau of Labor Statistics, und warf ihr ohne Beweise vor, Arbeitsmarktdaten zugunsten der Biden-Regierung manipuliert zu haben. Die Berichtssaison für das zweite Quartal endete in den USA insgesamt positiv:
Die Unternehmen im S&P 500 erzielten ein Gewinnwachstum je Aktie von 11 % (Konsens: 5 %)¹. Die größten positiven Überraschungen kamen aus den Bereichen Technologie und Kommunikation. Gleichzeitig verringerte sich der Performance-Abstand zwischen den „Magnificent 7“ und dem Rest des Index – unter anderem dank starker Ergebnisse aus dem Finanzsektor.
In Europa blieb das Gewinnwachstum zwar insgesamt flach, übertraf aber die Erwartungen eines Rückgangs um 7 %¹. Allerdings verbirgt dieser Durchschnitt erhebliche Unterschiede zwischen den Sektoren: Ohne den Finanzsektor sanken die Gewinne um 8 %, und nur 36 % der zyklischen Unternehmen übertrafen die Erwartungen¹ – ein historischer Tiefstand. Auf beiden Kontinenten äußerten sich Unternehmen vorsichtig zu den Auswirkungen von Zöllen und diskutierten Strategien wie Kostensenkungen, Logistikoptimierung oder Preiserhöhungen.
Auch in China schritt die Berichtssaison voran, wo sich die Technologiegiganten durch ein starkes Wachstum des Gewinns pro Aktie auszeichneten, unterstützt durch robuste Umsatzbeiträge aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz. Ausländische Investitionen in chinesische Aktien blieben verhalten, doch die Aktivität am heimischen Markt nahm wieder zu: Das Handelsvolumen überschritt an 63 aufeinanderfolgenden Handelstagen die Marke von 1 Billion Yuan² – ein Zeichen für starke Beteiligung institutioneller und privater Anleger. In diesem Zeitraum traten auch neue US-Zölle in Kraft. Präsident Trump verlängerte jedoch den Zoll-Waffenstillstand mit Peking um 90 Tage.
In diesem Umfeld legte der Fonds R-co Valor im August um 2,1 % zu, was die Jahresperformance zum Monatsultimo auf 8,9 %³ brachte. Haupttreiber war der Rohstoffsektor, insbesondere Goldminenunternehmen. Auch das chinesische Online-Reiseunternehmen Trip.com trug mit starken Ergebnissen – gestützt durch den Aufschwung im chinesischen Tourismus – wesentlich zur Fondsperformance bei. Zudem profitierte der Fonds von der Erholung in Brasilien durch Positionen im Finanzsektor.
Aus Branchensicht zählte der in den Vormonaten gestärkte Gesundheitssektor zu den positiven Beiträgen. Auf der anderen Seite war Coinbase der größte negative Einflussfaktor, da die Ergebnisse hinter den Erwartungen zurückblieben. Auch beim chinesischen Softwareanbieter Kingdee kam es im August zu Gewinnmitnahmen, was sich ebenfalls negativ auf die Monatsperformance auswirkte.
Zum Monatsende lag die Aktienquote des Fonds bei 75 %³ – Ausdruck einer vorsichtigeren Haltung angesichts hoher Bewertungen und zunehmender Unsicherheit. Wir realisierten Gewinne bei Titeln mit starker Sommerperformance und bauten Positionen in ausgewählten Unternehmen, entweder aufgrund überzeugender Quartalszahlen oder opportunistisch bei attraktiven Einstiegsmöglichkeiten, aus.